KISS - Keep it short and simple, oder doch nicht?


Erfolgreiche Kommunikation ist unwahrscheinlich

In der Führung gibt es selten eine eindeutige "richtige" Antwort. Sie müssen sich ständig zwischen zwei gleich wichtigen, aber widersprüchlichen Anforderungen entscheiden – Sie treffen unentscheidbare Entscheidungen.

In diesem Monat: Kurz halten und Kontext geben

Klar und knapp zu kommunizieren gilt als effizient. Wenige Worte, schnelle Entscheidungen, wenig Reibung. Gleichzeitig wissen Sie: Wer komplexe Themen zu stark vereinfacht, riskiert Missverständnisse, Widerstand oder das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Im schlimmsten Fall werden Ihre Informationen als "Befehl von Oben" gehört.

Deshalb geben viele Führungskräfte viel Kontext. Sie wollen transparent sein, fair erklären, nachvollziehbar machen, wie Entscheidungen entstanden sind. Aber, je mehr Kontext Sie geben, desto größer wird die Gefahr, dass die eigentliche Botschaft verschwimmt.

Kennen Sie noch das Spiel "Stille Post"? Sie spielen das Spiel unbewusst bestimmt fast täglich. Immer, wenn Sie Informationen Ihrer Führungskräfte an Ihre Mitarbeitenden weitergeben oder auch, wenn Sie selbst Ihre Entscheidungen erläutern. Sie wissen nie, was am Ende wirklich ankommt.

Zu kurz kommuniziert, verlieren Sie Nuancen.
Zu ausführlich kommuniziert, verlieren Sie Aufmerksamkeit.

Das Dilemma in der Praxis:
Sie erläutern Ihrem Team eine strategische Umstrukturierung. Sie erklären den Ausgangspunkt, die Zwänge, die diskutierten Optionen, die Gründe für die finale Entscheidung. Sie wollen Verständnis schaffen. Rückfragen bleiben aus. Sie denken, alles ist in Ordnung. Später zeigt sich: Die zentrale Botschaft ist nicht angekommen. Einzelne Details werden herausgegriffen und überinterpretiert, die Richtung bleibt unklar.

Reflexionsfragen:

  1. In welchen Situationen neige ich dazu, alles erklären zu wollen, um Konflikte oder Rückfragen zu vermeiden und welche Wirkung hat das tatsächlich?
  2. Wo habe ich zuletzt zu stark vereinfacht – und welche Missverständnisse sind daraus entstanden?
  3. Fürs nächste Mal: Welche zentrale Botschaft möchte ich, dass mein Team nach der Kommunikation behält und wie viel Kontext ist dafür wirklich nötig?

Wie immer freue ich mich auf und über Ihr Feedback und vielleicht haben Sie ja eine weitere Paradoxie gefunden, die Sie auseinandernehmen möchten?

Viele Grüße

Anika Uhlemann

Anika Uhlemann
Cranachstraße 56
12157 Berlin

Telefon: 0176/ 61836244
E-Mail: au@coaching-uhlemann.de


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Anika Uhlemann - Coaching und Organisationsentwicklung

Ich bin Teamcoach und Organisationsentwicklerin und begleite Führungskräfte auf ihrem Weg zu nachhaltiger Teamentwicklung.

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