Stärken nutzen vs. Schwächen ausgleichen – das Effizienz-Paradox


Nobody's perfect

In der Führung gibt es selten eine eindeutige "richtige" Antwort. Sie müssen sich ständig zwischen zwei gleich wichtigen, aber widersprüchlichen Anforderungen entscheiden – Sie treffen unentscheidbare Entscheidungen.

In diesem Monat: Stärken fördern und Schwächen ausgleichen

Der Fokus auf Stärken gilt als guter Führungsstil. Menschen die tun, was sie gut können, sind motivierter, schneller, wirksamer. Gleichzeitig wissen Sie: Eine unbeachtete Schwäche verschwindet nicht einfach. Und vor allem sind sie kein individuelles Thema, sondern haben auch Auswirkungen im Team.

Wenn Sie konsequent auf Stärken setzen, entstehen blinde Flecken.
Wenn Sie Schwächen systematisch ausgleichen, investieren Sie Zeit, Energie und Aufmerksamkeit in Bereiche, die nie richtig tragen werden.

Das Dilemma in der Praxis:​
Ein Teammitglied brilliert in der kreativen Konzeption. Ideen entstehen schnell, Zusammenhänge werden klar, andere lassen sich davon mitziehen. Gleichzeitig hapert es in der konkreten Umsetzung der Ideen oder der notwendigen Dokumentation. Setzen Sie den Fokus auf die Stärke, wächst die Qualität der Konzepte und andere übernehmen stillschweigend die Nacharbeit. Entscheiden Sie sich, die Schwäche auszugleichen, durch Schulungen, Erinnerungen oder zusätzliche Unterstützung, binden Sie Ressourcen, die an anderer Stelle fehlen.

Irgendwann stellt sich die leise Frage: Fördere ich gerade Wirksamkeit oder verteile ich Belastung nur anders?

Reflexionsfragen:

  1. In welchen Bereichen profitiert mein Team von starken Einzelnen und welche Schwächen nehme ich dabei bewusst oder unbewusst in Kauf?
  2. Wo entstehen dadurch verdeckte Kosten, etwa durch Mehrarbeit, Frust oder informelle Ausgleichsmechanismen?
  3. An welchen Stellen könnte ich weniger individuell „reparieren“ und stattdessen Strukturen klären oder entwickeln, die das Paradoxon besser tragen?

Wie immer freue ich mich auf und über Ihr Feedback und vielleicht haben Sie ja eine weitere Paradoxie gefunden, die Sie auseinandernehmen möchten?

Viele Grüße

Anika Uhlemann

Anika Uhlemann
Cranachstraße 56
12157 Berlin

Telefon: 0176/ 61836244
E-Mail: au@coaching-uhlemann.de​

​
​Unsubscribe · Preferences​

Anika Uhlemann - Coaching und Organisationsentwicklung

Ich bin Teamcoach und Organisationsentwicklerin und begleite Führungskräfte auf ihrem Weg zu nachhaltiger Teamentwicklung.

Read more from Anika Uhlemann - Coaching und Organisationsentwicklung

Alle gleich, alle fair? Wenn es so einfach wäre... In der Führung gibt es selten eine eindeutige "richtige" Antwort. Sie müssen sich ständig zwischen zwei gleich wichtigen, aber widersprüchlichen Anforderungen entscheiden – Sie treffen unentscheidbare Entscheidungen. In diesem Monat: Gleichbehandeln oder differenzieren – Das Fairness-Paradox Fairness gilt als zentrales Führungsprinzip. Oft wird sie mit Gleichbehandlung gleichgesetzt: gleiche Regeln, gleiche Möglichkeiten, gleiche Maßstäbe....

Prinzipienreiter*in oder Fähnchen im Wind? In der Führung gibt es selten eine eindeutige "richtige" Antwort. Sie müssen sich ständig zwischen zwei gleich wichtigen, aber widersprüchlichen Anforderungen entscheiden – Sie treffen unentscheidbare Entscheidungen. In diesem Monat: Standhalten oder Nachgeben – Das Prinzipien-Paradox Führung wird oft mit Klarheit und Haltung verbunden. Von Führungskräften wird erwartet, dass sie für etwas stehen: für Werte, für Regeln, für Entscheidungen. Prinzipien...

„Sometimes I sits and thinks, and sometimes I just bounces.“ In der Führung gibt es selten eine eindeutige "richtige" Antwort. Sie müssen sich ständig zwischen zwei gleich wichtigen, aber widersprüchlichen Anforderungen entscheiden – Sie treffen unentscheidbare Entscheidungen. In diesem Monat: Optimismus und Realismus Kennen Sie Tigger und Eeyore (ja so schreibt man ihn wohl richtig) aus Winnie Pooh? Tigger ist voller Energie, Optimismus und Tatendrang, springt sofort los, sieht Chancen aber...